100_1278 Das Theater des Peter Pan arbeitet gezielt mit einfachen, scheinbar simplen Dingen. Es verzichtet bewusst auf aufwändige beeindruckende Effekte und technisches Zauberwerk, um keine Barrieren zwischen sich und dem Publikum zu errichten und sich seinem eigentlichen Ziel, der Entwicklung von Phantasie, dem zweckfreien Träumen, der Freude am Spiel zu widmen. Er möchte das Staunen wieder entdecken helfen. Das Staunen über die wundersamen einfachen Dinge dieser Welt, deren Zauber in ihrer puren Existenz bestehen; zweckfrei, einfach da, wie ein Sonnenuntergang, wie eine Seifenblase, wie das Jahrtausende alte Rollen des Meeres.
In einer durchorganisierten, optimierten Welt voller Zwänge möchte das Theater daran erinnern, dass schon immer Träume und Sehnsüchte die Menschen zur Reflexion geleitet haben, dass Freude und Kreativität unsere Gesellschaft gestalten und verändern, und nicht nur Sachzwänge.

Peter Pan setzt daher nicht auf die gewöhnliche Theaterpraxis, ein Publikum durch Sinnestäuschung, Kulissenzauber und höchstmögliche Perfektion zu unterhalten, moralisch zu belehren, zu gruseln o.ä.

Er arbeitet mit einfachsten, für das Publikum völlig durchschaubaren Mitteln. Unabgelenkt durch technische Effekte und Megasounds entdeckt dieses erstaunt, manchmal ungläubig das so Naheliegende wieder. An diesem Punkte bezieht Peter Pan sein Publikum mit ein. Er sucht die klassische Trennung zwischen Bühne und Zuschauer, Handelndem und passivem Konsumenten aufzuheben. Jeder ist bei ihm Handelnder und Empfänger, Anregung Stiftender und Angeregter. Die einfachen Mittel erlauben jedermann sofort, mitzumachen, weiterzuspielen, umzuordnen, neuzuerfinden; sich dem Spiel hinzugeben. Ohne Ergebnis, ohne Zweck, ohne Teaming. Das Spiel ist für sich selbst genug. Denn: wenn Freiheit bedeutet, etwas aus freien Stücken ohne Zwang zu tun, so ist die höchste Freiheit wohl die, etwas aus purer Lust und ohne einen nahe liegenden Zweck zu tun. Kreativität und Träume sind wohl einige der wenige Möglichkeiten, sich tatsächlich frei zu machen von Zwang und Zweckdenken.

In einer Warenwelt, die den Menschen nur noch als Konsumenten, als Randfunktion der sogenannten Märkte anspricht, ist die Rückbesinnung auf diese menschlichen Qualitäten und Werte absolut gewollt. Die Frage ist doch: Wie gestaltet der Mensch seine Umwelt, und nicht: Wie optimiert die Welt den sich in ihr befindlichen Menschen?

All das beschäftigt Peter Pan, und er möchte mit seinem Theater dazu anregen, sich einfach wieder etwas zu trauen, selber zu agieren, seiner Intuition zu folgen oder diese überhaupt wieder zu entdecken. Es gibt so etwas wie gesunden Menschenverstand, sagt Peter Pan, ein natürliches Empfinden für gut und böse. Manchmal sogar eine Art Erschütterung angesichts der Schönheit. Da gilt es anzusetzen. Um sich als Mensch zu entdecken, und sich nicht an die Reduktion auf Konsumenten oder Verbraucher zu gewöhnen. In diesem Sinne ist Peter Pan ein Idealist. Einer der letzten vielleicht. Aber darüber denkt er nicht nach. Er tut das, was er für richtig ansieht. Seit mehr als 30 Jahren. Und das ist gut so. Man kann tatsächlich viel mitnehmen, wenn man sein Theater verlässt.

Seinem Credo folgend arbeitet Peter Pan mit einfachen Mitteln. Mit Schattenspiel, mit Seifenblasen, mit reflektierenden Blechen, mit handgemachten Puppen. Mit Text und ohne Worte, mit Musik oder auch ganz still. Er hat sein Handwerk gelernt, und in langjähriger Praxis weiterentwickelt. Seinem Ansatz ist er dabei immer treu geblieben: Arbeite mit einfachen Mitteln und kümmere Dich um das Wesentliche! Die heutigen Vorstellungen sind das Ergebnis dieser langen Suche.

Jede Vorstellung beginnt mit einem Vorführungsteil. Das Publikum kann ankommen, sich entspannen, sich auf das Dargebotene konzentrieren. Manche Vorstellungen sind ausgesprochen kontemplativ, andere analytisch anregend, bizarr-komisch; je nachdem.
Nach dem Vorführungsteil oder auch schon während des Programms lädt Peter Pan seine Gäste zum Weitermachen, zum Experimentieren , zum Mitspielen ein. Das kann dann Teil der Handlung, der Geschichte sein, oder auch ein paralleles Agieren ergeben. Es ist immer interessant und überraschend, sagt Peter Pan, was sich in einer Vorstellung ergibt. Da wollen in einer Kindervorstellung alle Kinder den Wolf spielen, und dann gibt es eben Rotkäppchen und fünf oder sechs Wölfe. (Peter Pan lacht.) Entscheidend ist nicht das Perfekte. Er möchte dem Publikum eher die Angst davor nehmen: sich zu blamieren, etwas falsch zu machen, nicht richtig rüberzukommen. Daher gibt es auch für alle Temperamente und Charaktere etwas. Manche wollen auf keinen Fall auf der Bühne und im Zentrum stehen, sagt Peter Pan, genießen es aber, im Dunklen oder hinter einem Vorhang mit Lichtern zu improvisieren, oder mit Schattenfiguren zu spielen. All das ist möglich.

Biographisches
geb. 28.03.1949 in Polen
1968 -72 Experimentelles Studententheater (Wroclaw/Pl)
1969/70 Mitglied von Teatr Laboratorium von Jerzy Grotowski
1972 -77 Studium Theaterwissenschaft, Universit‰t Wroclaw
1972 -76 gelegentliche Mitarbeit mit Peter Schumann (Bread and Puppet Theater)
seit 1976 Theaterarbeit mit Kindern, Theaterpedagoge
1978 /80 “Het Regenbogen Tejater” Amsterdam, NL
seit 1981 Straßentheater
1981/82 Studium Puppentheaterregie Bialystok/Warszawa Pl
1992 -96 eigener Theatersaal “Commedia dell’Arte Wroclaw, Pl
seit 2002 in Berlin – “Das einfachste Theater der Welt”
2002 Schattentheater “Der kleine Prinz”
2003 Figurentheater “Die Weihnachtsgeschichte”
2005 Lichtspiel “Lichtertanz” Seifenblasenballett “Romeo und Julia” P. Tchaikowski
2006 Maskenspiel “Liebet Eure Feinde”


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